Aktuelles
Hier zeige ich aktuelle Entwicklungen im NSG Bingenheimer Ried und besondere aktuelle Beobachtungen.

15.5.2021: Vorm Turm brüten 2 Kiebitze und greifen alle Prädatoren an.


15.5.2021: Aufplustern vor dem Festmahl (links). Bisher sind 3 von 8 Höckerschwanbruten geschlüpft (rechts). Eine Brut wurde aufgegeben, eine
 ist unklar und 3 brüten noch.


6.5.2021: Zwischen dem 3.5. und 6.5. wurde der Wasserstand im Gebiet um circa 6cm gesenkt. Damit riskiert man erneut, dass das Ried bei einem trockenen Frühjahr im Sommer austrocknet, bevor sich der ganze Amphibiennachwuchs voll entwickelt hat. Warum haben die Experten der HGON und des Forstamts Nidda nicht aus den Fehlern der letzten Jahre gelernt?


5.5.2021: Zum Zweck der Kamera, die während der Brutzeit im Bingenheimer Ried aufgestellt wurde, wurde in einem Artikel der Wetterauer Zeitung vom 5.5. geschrieben, dass diese Kamerabilder nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen sind. Laut Bericht, hat die HGON die Installation dieser Kamera veranlasst. HGON und Forstamt Nidda waren beim Aufstellen mitten während der Brutzeit beteiligt. Es handelt sich offensichtlich um die Ausgabe von Naturschutzmitteln, die anscheinend dazu dienen soll, dass eine kleine Elite, die die Bilder sehen darf, vielleicht wertvolle wissenschaftliche Erkenntnis für das Gebiet gewinnen kann. Hoffentlich wird das nicht genauso zu einem Flopp, wie die von der HGON maßgeblich initiierte Untersuchung der Säugetierprädatoren mit Kamerafallen vor mehr als einem Jahr. Man fand heraus, dass die hier in der Rubrik Säugetiere genannten Prädatoren, bis auf den Baummarder ganzjährig im Ried vorkommen. Regelmäßige Beobachter des Gebiets können ergänzen, dass dies seit  30 Jahren der Fall ist.

25.4.2021: Nur wenige Tage zeigte sich dieser Stelzenläufer im Gebiet.


9.4.2021: Das Bingenheimer Ried wirkt zur Zeit wie ein großer See mit ein paar Inseln. Wegen der übermäßigen Mulcherei im Winter fehlt es an überschwemmten Altgrasflächen, die für Rallen und Bekassine so wichtig wären. Inseln sind da kein Ersatz. Auch an trockenen Altgrasflächen für die Grauammer fehlt es. Die Flächen im Norden rund um die Teiche dort gleichen wegen Überweidung einem Golfrasen. Leider haben die Verantwortlichen der HGON und von den Behörden dies alles noch immer nicht erkannt. Nur die 11 Entenarten, die sich seit März im Gebiet gezeigt haben, meist auch noch da sind, und die Graugänse profitieren davon.
Paare von Knäk- und Spießente
   

3.4.2021: Es gibt Neues von der finnichen Graugans mit GPS-Sender, die letztmals am 23.3.2021 im Bingenheimer Ried gesehen wurde. Wie Antti Piironen, der das Projekt in Finnland leitet,  mir mitteilte, hielt sie sich vom 10.2. - 24.3.2021 in der Wetterau auf. Er stellte mir die Bewegungsmuster zur Verfügung. Besten Dank dafür! Bild oben links zeigt die Bewegungen der Gans bei uns im Winter bis 24.3.2021 und oben rechts nochmal etwas vergrößert. Unten links zeigt die Gesamtbewegung der Gans von den Brutgebieten, wo sie markiert wurde, bis zu den Überwinterungsgebieten und zurück. 


 


Hier gibt es mehr dazu: https: //www.waterfowlersnetwork.com/news/unraveling-migration-patterns-of-finnish-greylag-geese/   and
https://satelliitti.laji.fi/?

Ein Pfosten wurde am 29.3.2021 mitten in einem Kiebitzrevier aufgestellt (Bild rechts). Der Gebietsbetreuer der HGON, zwei Handwerker und ein Auto waren dafür im Gebiet notwendig. Die massive Störung dauerte eine Stunde. Am 1.4.2021 (Bild links) wurde eine Webcam an dem Pfosten installiert, was etwa 2 Stunden, 4 Personen und zwei Autos im NSG in Anspruch nahm. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich sich manche Graugänse auf den Nestern verhielten. Einige blieben, andere kamen erst zurück, nachdem Autos und Personen ausser Sichtweite waren. Ob auch brütende Kiebitze betroffen waren, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Die anfängliche Scheuchwirkung ist immens und fällt leider mitten in die Brut- und Zugzeit. Erst nach etwa 10 Tagen ließ diese Scheuchwirkung nach. Gänsen ästen wieder in der Nähe der Anlage. Ganz offensichtlich ist die HGON und die zuständigen Behörden nicht in der Lage so zu planen, dass derartige Störungen vor der Brutzeit erledigt werden. Warum nimmt man das Risiko in Kauf, dass Eier auskühlen oder von den Mittelmeermöwen, einem Kolkraben und zwei Rabenkrähen geholt werden? Voll bebrütete Eier mitten während der Brutdauer können bei Auskühlen sehr schnell Schaden nehmen. Die Webcam kann natürlich eine tolle Sache sein für Naturinteressierte. Ich bin gespannt auf die Bilder aber auch auf die Kosten-Nutzen-Analyse. Näheres ist noch nicht bekannt.
 

29.3.2021: Beachtliche 11 Uferschnepfen haben im Gebiet übernachtet. Leider ließen sie kein Foto zu. Die ersten Wiesenschafstelzen sind zurück.


26.3.2021: Das Blaukehlchen ist angekommen. Die finnischen Graugänse mit blauem Halsring blieb bis 30.3.2021
     

21.3.2021: Der maximal erlaubte Wasserstand ist erreicht. Jetzt wird deutlich, dass für den neuen Teich in den Norden an der höchstgelegene Stelle des Gebiets vielleicht nicht der richtige Platz gewählt wurde. Hier waren früher Ackerflächen. Eine Ufermodellation bei den Inseln fehlt völlig. Sie sind viel zu steil. Es hätte viel geeignetere Stellen im Gebiet gegeben. Bei dem ersten Teich im Norden des Gebiets im Hintergrund wurden die selben Fehler gemacht und dann in späteren Jahren berichtigt. Jetzt machte man wieder diese Fehler. Verantwortlich ist der Gebietsbetreuer der HGON und die zuständigen Behörden. Warum sind die Fachleute der HGON im Vorstand und in der Geschäftsstelle hier nicht eingeschritten?
Weitere Bilder von dem Teich gibt es hier:



20.3.2021: Das Bingenheimer Ried von Süden bei maximal erlaubten Wasserstand


14.3.2021: Seit mindestens 1.3.2021 hält sich im Bereich der Horloffaue Reichelsheim und des Bingenheimer Rieds eine Graugans mit blauem Halsring auf. Diese wurde im Jahr 2019 in Nordfinnland beringt. Während bei uns einige Graugänse schon brüten, liegen laut Auskunft des finnischen Beringers in den Brutgebieten in Finnland noch 50cm Schnee. Am 14.3. zeigte sich im Bingenheimer Ried dann sogar noch eine weitere finnische Graugans, die in einem anderen Gebiet besendert worden war. Es kam zu einem Treffen einer unserer 2011 mit gelben Halsringen markierten Gänse mit diesen Finnen, wie das Foto zeigt. Die Wetterau ist ein wichtiger Trittstein für viele Zugvögel.


1.3.2021: Circa 165 Kraniche haben im Bingenheimer Ried übernachtet und fliegen bereits vor 8.30 Uhr ab.

18.2.2021: Mehr zum Wasserstand hier

11.2.2021: Seit 4.2. ist das Wasser im Ried nochmals massiv gestiegen. Bei einem Wasserstand von 28cm über dem erlaubten Maximum ist das gesamte Ried zugefroren. Selbst der Zulauf des Pfaffensees ist vereist. Fast alle gebauten Inseln sind überschwemmt. Die Wege in der Süd- und in der Westkurve sind, wie immer bei diesem Wasserstand überschwemmt. Auf den Eisflächen und an den Rändern findet man mit etwas Glück Bachstelzen, Wiesenpieper, Bergpieper, Feldlerche (Foto vom 10.2.2021), Grauammer und manchmal auch ein Rotkehlchen. Die Wasservögel sammeln sich auf dem Pfaffensee, der noch teilweise offen ist. Seit 8.2.2021 fällt das Wasser der Horloff. Das Wehr ist verschlossen.
 


 
4.2.2021: Der maximal erlaubte Wasserstand ist erreicht. Ein großer Teil der gebauten Inseln ist wieder abgesoffen, die im letzten Herbst erhöhten natürlich nicht. Sie sind auf dem Foto nicht zu sehen. Mehr zum Wasserstand und dem neu gebauten Tümpel im Norden in den nächsten Tagen. Noch ist nicht klar, ob er richtig volllaufen wird, da man die Hochwasserspitze, die circa 64cm über dem erlaubten Maximum im Ried lag, nicht ins Gebiet ließ.


31.1.2021 10 Uhr: Ein seltener Anblick. Nicht der Graben füllt das Ried sondern das Ried den Graben. Die unsinnige Blockade des Wassers am Wehr macht es möglich.

Im Herbst 2020 wurde das Wehr umgebaut, siehe Foto weiter unten. Die Metallbretter sind bis zu einer Höhe von etwas über 30 cm bei dem Hochwasser noch drin und halten das Wasser genauso auf wie die Metallklappe und das viel zu dichte Fischgitter. Es soll verhindern, dass Fische ins Ried gelangen, um so den Amphibiennachwuchs zu schützen. Der Schlammpeitzger bleibt dabei auf der Strecke. Vom 28.1.2021 17 Uhr (Foto links) bis 29.1.2021 11 Uhr (Foto Mitte) stieg das Wasser der Horloff um 64 cm um dann bis 31.1.2021 10 Uhr um weitere 35cm zu steigen (Foto rechts). 3 Meter entfernt im Ried hinter dem Fischgitter waren es in dieser Zeit nur 17 cm. Das Wasser sickert nur langsam durch das Gitter. Leider fließt auch wieder Wasser vom Pfaffensee ins Gebiet. Noch fehlen 24cm zum erlaubten Maximum.  Das Bingenheimer Ried ist schon immer Retensionsraum gewesen. Diese Funktion wurde von den Verantworlichen vom Forstamt Nidda und von der HGON praktisch ausgeschaltet. Sollte das Wasser der Horloff noch weitere 10-20cm steigen, werden die ersten Keller in Reichelsheim absaufen, weil sich das Wasser nicht schnell im Ried ausbreiten darf. 

    

2.2.2021: Die ersten Ampfibien sind unterwegs. 

24.12.2020: Ein Weihnachtsgeschenk, seit Monaten fließt erstmals wieder Wasser in das ausgetrocknete Bingenheimer Ried. Die Abzäunung der Pflanzen in der Mitte des Gebiets wurde rechtzeitig entfernt.

14.12.2020: Der neue sehr große Teich mit 3 Inseln im Norden des Gebiets scheint fertig zu sein. Er liegt zwischen dem alten Teich, der dort im Winter 2008/2009 angelegt wurde und im Winter 2016/2017 erweitert wurde, und dem Westweg. Mit dem Aushub wurde entlang des Westwegs ein Sichtschutzwall aufgeschüttet. Diese Maßnahmen werden diesen Teil des Gebiets sicher aufwerten. Jetzt fehlt nur noch die Einsaat des Walls mit einem Gras- Blumengemisch, damit dort später kein Distelwald entsteht. Leider ist der Sichtschutzwall an vielen Stellen zu niedrig und hilft so nicht wirklich. Sinnvoll wäre es gewesen mehrere Abschnitte von je 10-20m Länge zwischendurch mit Schotter zu bauen, wie einen Bahndamm ohne Schienen. Im Bahndamm auf der anderen Seite überwintern Kamm- und Teichmolche, wie auch Zauneidechsen und viele Insekten. Derartige Plätze hätte man hier leicht schaffen können für den Preis des Schotters. Damit wäre dann auch mehr Material für einen höheren Sichtschutzwall an allen Stellen da gewesen.




3.12.2020: Immernoch wird im Ried viel zu viel gemulcht. Das Verhältnis zwischen ungemulchten Flächen und denen, die bis auf Golfrasenhöhe abgefressen wurden oder vom Pflanzensterben betroffen waren, stimmt nicht mehr. Es ist gut, das man einige Flächen stehen lässt. Diese sind aber oft zu klein und von gemulchten Flächen direkt eingerahmt, sodass sie sich als Schlafplätze für Sumpfoheule und Kornweihe im Winter nicht mehr eignen. Hier musste man zusammenhängede Flächen stehen lassen und nicht nur Fetzen, wie auf dem zweiten Bild zu sehen. 

24.10.2020: Am Rand des Rieds konnte ich die Käferart Aphodius consputus nachweisen. Diese Käferart lebt in Kuhfladen. In der hessischen Roten Liste wird sie in der Kategorie 1 "vom Aussterben bedroht" und in der Roten Liste Deutschland in der Kategorie 2 "stark gefährdet" geführt.
3.12.2020: Das Wehr wurde jetzt ganz abmontiert. Mal sehen, wie es weitergeht. Zu sehen ist die Fischsperre und zwei neue U-Eisen.
Stand 25.11.2020: Das Bingenheimer Ried ist nachwievor völlig trocken. Anstatt Vögel bestimmen Rehe das Bild.
2.11.2020: Seit Anfang November wird im Nordwesten des Gebiets auf früheren Ackerflächen ein großer Flachwasserbereich angelegt.

 
 

  
 

  

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