Libellen der Wetterau
 

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Aktuelle Bilder aus der Wetterau

Das Bingenheimer Ried ab dem Jahr 2018

Für Bilder und Informationen aus früheren Jahren bitte diesen Text anklicken und für den Wasserstand hier. 

28.4.2019: Fünf Kiebitzpaare brüten auf den trockenen Flächen. Die vergessenen Zaunpfosten dienen als Ansitz für die Rabenkrähen. Die jungen Kiebitze werden keine Chance haben.

25.4.2019: Ein Kiebitzpaar hat sich die trockene und pflanzenlose Fläche in der Mitte des Gebiets als Brutplatz ausgesucht.
 

25.4.2019: Dieser Tümpel darf dieses Jahr mitbeweidet werden. Einer von zwei Plätzen, wo der schmalblättrige Rohrkolben noch wuchs sowie Rohrammer und Teichrohrsänger brüteten, ist damit für dieses Jahr zerstört. Für was hat man den Teich überhaupt gebaut?

16.4.2019: Noch nie war das Bingenheimer Ried um dieses Jahreszeit so trocken.

21.3.2019: Vor ein paar Tagen wurden vier dieser Käfige in der Nähe des Rohrs vom Pfaffensee aufgestellt. Vermutlich will man herausfinden, wie sich die Pflanzen ohne die Einwirkung von Pflanzenfressern entwickeln. Man probiert weiter rum, obwohl die Ursachen für das Pflanzensterben längst bekannt sind, siehe unten. Nur, wenn das Pfaffenseewasser nicht mehr ins Ried läuft, ändert sich etwas.

Um den 12.3.2019 hatte die Horloff endlich einen etwas höheren Wasserstand. Das Wehr wurde geöffnet. Das Wasser floss aber nur sehr langsam rein. Der Grund liegt u.a. in Pflegearbeiten, die im Herbst oder Winter an der Böschung des Grabens zwischen Wehr und Horloff durchgeführt wurden. Da wurden Büsche auf Stock gesetzt und/oder zurückgeschnitten. Äste, Schilf und andere Pflanzenreste liegen seitdem im Graben. Besonders an der Stelle, wo der Busch stand, auf dem seit 30 Jahren immer wieder Blaukehlchen saßen, ist es besonders gravierend. Der Graben ist dort, wo er unter der Bahnlinie verschwindet, stark verschlammt. Möglicherweise ist das auch unter der Bahnlinie der Fall. Schade, dass dieser Grabenabschnitt außerhalb des NSG’s von niemand kontrolliert wird. Der Wasserstand im Ried könnte schon höher sein.

Es gibt Neues zum Pflanzensterben im Bingenheimer Ried:

Ich habe weiter zum Wasser des Pfaffensees recherchiert. Das HLNUG hat mir weitere Untersuchungsergebnisse zur Verfügung gestellt.
Herr Häckl vom HLNUG machte mich auf extrem hohe Härtegrade aufmerksam. Er schrieb:

„Nach meiner Auffassung scheint zwar keine Schädigung durch toxische Verbindungen vorzuliegen. Jedoch ist die Härte dieses Wassers so außerordentlich hoch, dass von einer direkten Schädigung des Bingenheimer Riedes durch diese härtebildenden Substanzen ausgegangen werden muss.“

und weiter

Die Werte für Calcium, Magnesium und Sulfat sind im Pfaffensee extrem hoch (siehe Tabelle, mit Ergänzung durch °dH, im Vergleich zu den anderen Braunkohlerestseen der Wetterau), was dann zu dieser extremen Härte des Wassers von ca. 65 °dH führt. Bereits bei einem Wert ab 21,3°dH spricht man von “sehr hartem Wasser“. 

Prof. Dr. Oehlmann (Goethe-Universität, Abteilung Ökotoxikologie) schrieb: 

Der See weist - typisch für sehr nährstoffreiche Seen entsprechender Tiefe - eine ausgeprägte Schichtung der Wassersäule mit einer Sprungschicht bei etwa 4 m auf: Im warmen Oberflächenwasser sind hohe Algendichten und in der Folge teilweise starke Sauerstoffübersättigungen zu finden, der Nährstoffgehalt ist aufgrund des starken Algenwachstums relativ gering. Unterhalb der Sprungschicht im kalten Tiefenwasser fehlt dagegen der Sauerstoff komplett, die Nährstoffgehalte (Phosphor und Stickstoff) sind außerordentlich hoch, darunter auch das für Tiere giftige Ammonium.
Am 26.9.2017 wurden vergleichsweise hohe Gehalte an Cyano-Chlorophyll ermittelt. Dies deutet auf eine hohe Konzentration von Blaualgen (Cyanobakterien) hin, die giftige Stoffe (Cyanotoxine) abgeben können. Dies ist jedoch in erster Linie für tierische Organismen ein Problem und kann nicht das Pflanzensterben verursachen.
Zu den Schwermetallen: Lediglich die Konzentrationen von Chrom (bis zu 9,8 µg/L; Hintergrundkonzentrationen für Oberflächengewässer ist < 2 µg/L) und Nickel (bis zu 20 µg/L; Hintergrund < 5 µg/L) sind leicht erhöht, allerdings noch immer so niedrig, dass dies keine Erklärung für das Pflanzensterben ist.

Auf Basis der vorliegenden Analyseergebnisse deutet zunächst nichts auf eine stoffliche Ursache für das Pflanzensterben hin.

und weiter

„Herr Häckl wies auf die mögliche Bedeutung der hohen Wasserhärte im Pfaffensee als mögliche Ursache hin. Ich kann ihm da nur beipflichten. Das Wasser im See weist sehr hohe Calcium- und Magnesium-Konzentrationen auf (entspricht mehr als 40° deutscher Härte), so dass die bestenfalls an mittelhartes Wasser angepassten Pflanzen im Bingenheimer Ried in Mitleidenschaft gezogen werden können, wenn dieses sehr harte Wasser aus dem See in das Ried  eingetragen wird.“

Ich möchte mich hier ganz herzlich für die Hilfe durch Herrn Häckl und Herrn Prof. Dr. Oehlmann bedanken.

Meines Wissens wurde das Wasser im Bingenheimer Ried nicht direkt untersucht. Wie schädlich das Wasser für die Pflanzen im Ried ist, hängt davon ab, wie schnell es sich verdünnt. Dies ist sicher von Jahr zu Jahr verschieden. Im Winter 2017/2018 war der Anteil des Pfaffenseewassers sicher besonders hoch. Wie das seit dem Jahr 2014 war, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Ich hoffe, dass sich die Naturschutzbehörden und die ehrenamtlichen Betreuer jetzt endlich intensiver mit den Problemen, die das Pfaffenseewasser für das Bingenheimer Ried mit sich bringt, beschäftigen.

15.11.2018: Das Bingenheimer Ried ist immernoch völlig ausgetrocknet. Neben den üblichen Pflegearbeiten wird das Ried derzeit auch umgebaut. Die Maßnahmen sind sehr unterschiedlich. Von naturzerstörerisch über reine Geldverschwendung bis sehr sinnvoll ist alles dabei. Urteilen Sie selbst. Über Rückmeldungen freue ich mich.

Der Mittelgraben wurde bis zum Einlauf des Pfaffenseewassers ausgebaggert. Ob dabei der Schlammpeitzger zu Schaden kam, weiß niemand. Zumindest hat man versucht auf die Art Rücksicht zu nehmen. Der tote Baum in der Mitte des Gebiets wurde zur Seite geräumt.
Foto links 17.10.2018 und rechts 1.11.2018

 

Mit dem Aushub der Grabenräumung wurden circa 15 Inseln gebaut. Das Bild des Bingenheimer Rieds wird langfristig verändert. Diese Inseln werden in erster Linie von den Graugänsen und Nilgänsen als Brutplätze genutzt werden. Natürlich will man eigentlich Kiebitze und vielleicht sogar den Flussregenpfeifer anlocken. Schaut man sich andere künstliche Inseln im Gebiet an, z.B. vorm Beobachtungsturm, so werden diese von Kiebitzen auch gerne angenommen, aber meist nur für ein paar Jahre bis sie zugewachsen sind, siehe Foto. Will man diese Brutplätze für die Kiebitze erhalten, so wird ein erheblicher Pflegeaufwand betrieben werden müssen. Hoffentlich sind die Gelder dann dafür da und hoffentlich lässt der Wasserstand im Herbst und Winter überhaupt eine Pflege zu. Ansonsten werden die Inseln verbuschen und das Gebiet nachhaltig verändern. Der Bruterfolg der Gänse und des Kiebitz wurde auf den Inseln vorm Turm in den letzten Jahren immer schlechter. Ähnliches gilt für die Inseln am Pfaffensee. Ich mache vor allem den Waschbär dafür verantwortlich. Für ihn sind diese Inseln während der Brutzeit wie ein Magnet, Schlemmerland pur. Beim Bau der ersten dieser Inseln wurden auch Biotope von Bekassine und seltenen Rallen zerstört. Der große überwiegende Teil entstand aber auf Flächen, auf denen nichts gewachsen war und wo sich auch keine Bulden befanden. Man sollte die Inseln mit Süßgräsern einsäen, damit Sie von den Rindern besser abgefressen werden.

30.7.2018: Ein Waschbär kommt von seinem Ausflug auf eine der Inseln vorm Turm zurück.
 

26.4.2018: So sehen Inseln nach 5 - 6 Jahren aus, wenn Sie nicht jedes Jahr gemulcht werden können. Hier brüteten im Jahr 2018 nur noch Graugänse, aber wahrscheinlich alle erfolglos.
 

3.11.2018: Ein paar der im Herbst 2018 neu gebauten Inseln.

 2.11.2018: Inselbau

2.11.2018: Inselbau
 

Schon im Winter 2006/2007 wurde bei der Grabenräumung in der Nähe des Wehrs eine Insel gebaut.
Graugänse versuchten darauf zu brüten, waren aber erfolglos.

So sah die Insel am 19.12.2017 bei maximal erlaubten Wasserstand aus.

Foto 31.10.2018: Am Wehr im Süden des Gebiets wurde ein neuer Übergang über den Mittelgraben geschaffen. Genau dort brütete dieses Jahr ein Paar Drosselrohrsänger und ein Paar Rohrammern. Wasserralle und Blaukehlchen brüteten ganz in der Nähe. Hier befand sich eine der tiefsten Stellen im ganzen Bingenheimer Ried. Sie trocknete als letztes aus. Hier zogen sich bei Trockenheit Wasserrallen und dieses Jahr sogar ein diesjähriges Tüpfelsumpfhuhn zur Nahrungsaufnahme hin. Möglicherweise gehörte dieser Platz auch zu den Stellen, wo sich die Schlammpeitzger bei der Trockenheit im Schlamm vergruben. Das weiß aber keiner so genau. In den Jahren 2008 – 2011 war ein stabiler Weidezaun um das Ganze Gebiet gebaut worden. Dabei wurde das Gebiet in drei Segmente aufgeteilt. Eine Nordweide, eine Südwestweide westlich des Mittelgrabens und eine Südostweide östlich des Mittelgrabens, wobei ein großer Teil dieses Abschnitts während der Brutzeit nicht beweidet werden darf. Früher gab es einen Beweider für die Nordweide und einen für die beiden südlichen Weiden. Die Verbindung dieser beiden Weiden wurde jetzt gebaut. Schon seit ein paar Jahren gibt es für das ganze Gebiet nur noch einen Landwirt. Seitdem konnten dessen Rinder von Norden her alle Stellen im Ried erreichen. Warum muss man diesen Übergang jetzt plötzlich bauen? Die inneren Weidezäune wurden in den letzten Wochen abgebaut. Noch stehen einige der Pfosten und können Prädatoren auch weiterhin als Ansitz dienen aber vielleicht werden die ja noch abgebaut. Warum muss man für ein bisschen Bequemlichkeit ein Stück Natur in einem solch tollen Naturschutzgebiet zerstören?

Nordwestlich des Beobachtungsturms auf der Ostseite stand seit über 20 Jahren eine Weidengruppe, die mittlerweile landschaftsprägend wurde. Sie wurde auf drei Stängel reduziert. Eine ähnlich Gruppe steht im Südwesten des Gebiets und zerfällt seit ein paar Jahren zusehends. Das ist der normale Weg in einem Naturschutzgebiet. Die Fotos sind vom 17.10. und 2.11.2018.
      

Erneut wurde viel zu viel und nicht selektiv gemulcht. Hier 2 Beispiele:         
2.11.2018 links: Warum mulcht man diese Fläche im Vordergrund?
17.10.2018: Für seltene Rallen und die Bekassine ist diese Fläche im nächsten jahr als Brutareal verloren. Warum kann man nicht selektiver mulchen?

15.11.2018: Der Fehler beim Bau des Übergangs zwischen Nord- und Südweide vor ein paar Jahren wurden behoben. Bei hohem Wasserstand sollte das Wasser jetzt schneller vom Weg abfließen (15.11.2018 Bild links). Die Storchennester wurden abgeräumt 27.10.2018 Bild rechts).       
    

16.11.2018: Im Norden, an einer der höchsten Stellen im Ried, wurde diese Flutmulde gebaggert.

18.11.2018 und 21.11.2018: Auch an der Südgrenze der Weide wurde Erdaushub abgeladen und dort ausgebreitet. Auch ein Basaltstein-Erdgemisch mit bis zu faustgroßen Steinen, dass vielleicht beim Bau des Übergangs übrig geblieben war, entsorgte man dort.

Jeder andere, der eine Wiese in einer Aue besitzt und dort dieses Material abladen würde, bekäme dafür eine Anzeige.

12.12.2018: So sah es dort aus, nachdem das Erd-/Steingemisch wieder entfernt oder abgedeckt worden war.
 


04.12.2018: An der Nordwestsseite wird ein Sichtschutzwall gebaut. Dabei wurde auch Erde aus anderen Gebieten angekarrt.
 

3.8.2018: Graureiher, Silberreiher, Weißstörche und Schwarzstörche jagen gemeinsam.

25.7.2018: Im Bingenheimer Ried halten sich zumindest zeitweise ein Waschbär mit 2 Jungen, einer mit 3 Jungen und ein Einzeltier auf.

16.7.2018: Wegen der Trockenheit ist der Wasserstand im Pfaffensee gefallen. Er läuft nicht über und das Rohr zum Bingenheimer Ried ist trocken. Keine 30 Sekunden dauerte diese Begegnung mit einem Dachs im Bingenheimer Ried bevor er in diesem Rohr verschwand.

Leider hat sich das Pflanzensterben im Bingenheimer Ried auch dieses Jahr fortgesetzt: Im Südosten des Gebiets ist sogar eine ganz neue Fläche betroffen. Welche Folgen wird das für das Bingenheimer Ried haben?

2.7.2018 im Südosten des Gebiets.


 

9.7.2017 selbe Fläche

 

 

Die nächsten 4 Bilder zeigen die Entwicklung in den letzten 4 Jahren im Norden des Gebiets.

 

13.7.2018
 

8.7.2017
 

 

 6.7.2016

 

6.7.2015


 

 

 

20.11.2018: Es gibt neue Erkenntnisse zum Pflanzensterben im Bingenheimer Ried, dass sich dieses Jahr ja leider fortgesetzt hat, siehe Bilder oben. Es sieht danach aus, dass meine These, dass die Sulfatkonzentration im Pfaffensee die Ursache ist, falsch ist. Prof. Dr. J. Oehlmann (Goethe-Universität, Abteilung Ökotoxikolgie) hat sich dankenswerterweise die Untersuchungsergebnisse des Pfaffensees vom HLNUG angeschaut und schrieb mir: "Auf Basis der vorliegenden Analyseergebnisse deutet zunächst nichts auf eine stoffliche Ursache für das Pflanzensterben hin." Weiter schrieb er mir, dass er glaubt, dass die hohe Sulfatkonzentration im Pfaffensee sich sehr schnell im Ried verdünne und daher auch nicht die Ursache sein könne. Bisher wurden also im Pfaffensee keine Giftstoffe in hoher Konzentration gefunden, die die Ursache für das Pflanzensterben sein könnten. Das ist sehr positiv. Natürlich wurden nicht alle Stoffe untersucht. Damit ist die Ursache aber auch weiterhin offen. Die etwas ausführlichere Stellungnahme von Herrn Prof. Dr. Oehlmann werde ich in den nächsten Tagen hier veröffentlichen. Mir fehlt noch eine Genehmigung.
24.5.2018: Ist die Ursache für das Pflanzensterben im Bingenheimer Ried gefunden?
Wie von mir vermutet, liegt es am Wasser des Pfaffensees, dass ins Ried läuft, wenn dieser überläuft. Dies geschah erstmals im Jahr 2014. Ich habe mir die auf der Internetseite des Hessisches Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie veröffentlichten Meßwerte für den Paffensee 2016 und 2017 (bei Messwerte Badeseen) nochmal vorgeknöpft und für jeden Wert mögliche toxische Wirkungen auf Pflanzen recherchiert. Dem Internet sei Dank! Der Pfaffensee weist für Sulfat Messwerte von über 920 mg/l auf, also extrem hoch. Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 250 mg/l. Zu großen Sulfatkonzentrationen im Wasser gibt es sehr viele Ausführungen im Internet. Ein Experte hat mir bestätigt. dass diese Sulfatkonzentrationen die Ursache für das Pflanzensterben sein können. Das Pflanzensterben fiel mit dem ersten Überlaufen des Pfaffensees zusammen. Auch der Magnesiumwert ist sehr hoch. Eine Chemikerin nannte den Pfaffensee, nachdem sie sich die Werte angeschaut hatte, eine "heftige Salzbrühe". Nachwievor kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass Nutrias, Eymoor-Ponys, zuviele Graugänse und zuviele Nilgänse mit dazu beigetragen haben, dass derart viel kahle Stellen entstanden sind.

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